Spritpreise explodieren: Warum Tankstellenkunden weiter zahlen müssen
Eileen SontagSpritpreise explodieren: Warum Tankstellenkunden weiter zahlen müssen
Spritpreise in Deutschland steigen weiter stark an – Entlastung für Autofahrer nicht in Sicht
Ein großer Teil der Kosten entfällt auf hohe Steuern und Abgaben, die etwa zwei Drittel des Benzinpreises und mehr als die Hälfte des Dieselpreises ausmachen. Angesichts wachsender Sorgen vor möglichen Engpässen hat die Bundesregierung nun erste Schritte eingeleitet, um die Lage zu entschärfen.
Der starke Anstieg der Spritkosten hängt jedoch nicht allein mit den Rohölpreisen zusammen. Benzin- und Dieselpreise orientieren sich an den Produktmärkten, die von Raffination, Verteilung und globaler Nachfrage beeinflusst werden. Mehr als 70 Prozent der deutschen Raffineriekapazitäten werden von Unternehmen kontrolliert, die keine eigenen Tankstellen betreiben – was die Preisfindung zusätzlich verkompliziert.
Aus dem Finanzministerium von Lars Klingbeil (SPD) heißt es, der Staat profitiere nicht von den hohen Preisen. Gleichzeitig warnte Wirtschaftsministerin Katerina Reiche (parteilos), dass es Ende April zu Versorgungsengpässen kommen könnte, falls der Konflikt im Nahen Osten weiterhin die Lieferketten stört.
Angesichts der öffentlichen Verärgerung hat der Mineralölwirtschaftsverband en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. nun einen "Realitätscheck zu den Spritpreisen" veröffentlicht. Das Papier soll "gängige Fehlannahmen" über die Preisbildung widerlegen. Der Verband wies Vorwürfe, für die drastischen Preisanstiege verantwortlich zu sein, entschieden zurück und verwies stattdessen auf übergeordnete Marktmechanismen.
Die Bundesregierung setzt inzwischen erste Maßnahmen um, um die steigenden Spritkosten zu bremsen. Ähnliche Preissprünge zeigen sich auch in anderen Ländern, wenn auch teilweise zeitversetzt. Da Steuern und globale Spannungen eine zentrale Rolle spielen, bleibt die Lage für Lieferanten und Verbraucher gleichermaßen ungewiss.






