Stadtrat verabschiedet Haushalt 2026 mit Rekordinvestitionen und wachsendem Defizit
Oscar KabusStadtrat verabschiedet Haushalt 2026 mit Rekordinvestitionen und wachsendem Defizit
Der Stadtrat hat den Haushalt 2026 nach einer Abstimmung verabschiedet, die entlang der Parteigrenzen verlief. Unterstützung kam von CDU, SPD, BfGT, FDP und einem einzelnen Mitglied der Grünen, während sich AfD, Linke und neun Grünen gegen den Entwurf aussprachen. Der Haushalt setzt auf große Investitionen, macht aber auch die wachsenden finanziellen Belastungen deutlich.
Die Gesamtinvestitionen im Haushalt 2026 belaufen sich auf rund 92 Millionen Euro. Zu den zentralen Projekten zählen der Ausbau und die Modernisierung von Bildungseinrichtungen, der Neubau einer Feuerwehrwache, die Sanierung des Depots sowie die Entwicklung des Geländes der ehemaligen Weberei.
Steuererhöhungen gibt es nicht – die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuern bleiben unverändert. Erstmals werden auch die Personalkosten stabil gehalten; neue Stellen werden nur dort geschaffen, wo die Finanzierung bereits gesichert ist.
Trotz dieser Maßnahmen weist der Haushalt ein Defizit von etwa 16,8 Millionen Euro auf. Diese Lücke soll durch die finanziellen Rücklagen der Stadt geschlossen werden. Prognosen zufolge werden diese Reserven bis Ende des Jahrzehnts jedoch nahezu aufgebraucht sein.
Die mittelfristige Finanzplanung warnt zudem vor steigenden Schulden. Die Kreditaufnahme könnte bis 2029 auf rund 344 Millionen Euro anwachsen, wodurch die Gesamtverschuldung fast 500 Millionen Euro erreichen würde. Die Kontrolle dieser "Schuldenspirale" bei gleichzeitiger Wahrung der langfristigen Haushaltsstabilität bleibt eine der größten Herausforderungen für die Stadt.
Der beschlossene Haushalt balanciert zwischen neuen Investitionen und finanziellen Zwängen. Ohne Steuererhöhungen wird die Stadt auf schrumpfende Rücklagen zurückgreifen müssen, um die Defizite auszugleichen. Sollte sich die Kreditaufnahme wie prognostiziert entwickeln, wird das Schuldenniveau deutlich steigen – und die finanziellen Spielräume der Stadt für die kommenden Jahre prägen.






