Vatikan lehnt Laienpredigten ab – Deutsche Bischofskonferenz muss zurückstecken
Oscar KabusVatikan lehnt Laienpredigten ab – Deutsche Bischofskonferenz muss zurückstecken
Der Vatikan hat einen Antrag der Deutschen Bischofskonferenz abgelehnt, der Laien in Ausnahmefällen das Predigen während der Messe ermöglichen sollte. Die Entscheidung traf Kardinal Arthur Roche, Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Der Vorschlag war im Rahmen des „Synodalen Wegs“ entstanden, der pastorale Bedürfnisse durch die Ermöglichung von Homilien durch qualifizierte Laien an Sonn- und Feiertagen adressieren wollte.
Die Deutsche Bischofskonferenz hatte den Antrag nach den Empfehlungen des Synodalen Wegs eingereicht, der die Zulassung von Laienpredigern vorsah. Der Vatikan verwies in seiner Antwort jedoch auf das Kirchenrecht (Codex Iuris Canonici), das die Predigt während der Messe ausschließlich Priestern oder Diakonen vorbehält. Kardinal Roche stützte die Entscheidung zudem auf die Instruktion Redemptionis Sacramentum aus dem Jahr 2004.
Er betonte weiter, dass vorübergehende Schwierigkeiten von Priestern keine dauerhafte Änderung rechtfertigten. Die deutschen Bischöfe nahmen die Absage zur Kenntnis und wiesen darauf hin, dass nicht ordinierte Personen während der Eucharistiefeier nicht predigen dürfen.
Kritik an der Entscheidung kam vom Katholischen Deutschen Frauenbund (KDF). Die Organisation warf dem Vatikan vor, Frauen damit von zentralen Aufgaben in der Kirche auszuschließen. Gleichzeitig kündigte der Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) an, die Bischöfe trotz der vatikanischen Haltung weiter zu drängen, die Frage neu zu prüfen.
Die Entscheidung des Vatikans bestätigt die geltende kirchliche Rechtslage. Die Deutsche Bischofskonferenz muss sich nun an die Vorgabe halten, während Laienverbände weiterhin für eine Reform werben. Papst Franziskus hatte den Synodalen Weg zuvor kritisiert und vor ideologischen Einflüssen in den Beratungen gewarnt.
