Verfallenes Denkmal in Halle: Die "Grüne Tanne" steht kurz vor dem Kollaps
Oscar KabusVerfallenes Denkmal in Halle: Die "Grüne Tanne" steht kurz vor dem Kollaps
Historisches Gebäudeensemble in Halle (Saale) in kritischem Zustand
Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex an der Ecke Mansfelder Straße/Tuchrahmen in Halle (Saale) befindet sich in einem besorgniserregenden Zustand. jahrelange Vernachlässigung und Verfall haben das Areal in eine Ruine verwandelt – die Gaststätte „Grüne Tanne“ steht seit Jahren leer, ihre Fassade ist mit Graffiti übersät und von Bewuchs überwuchert.
Ein Brand im Jahr 2021 verschärfte die ohnehin labilen Strukturen und beschleunigte den Verfall. Mittlerweile ist der Gehweg wegen akuter Einsturzgefahr durch herabfallendes Mauerwerk abgesperrt und das Gelände zu einer Gefahrenzone geworden. Die Stadt leitet nun rechtliche Schritte gegen den insolventen Eigentümer ein und prüft Notfallmaßnahmen, um den Fußweg wieder freizugeben.
Der Frankfurter Projektentwickler Norsk hatte einst Pläne zur Sanierung und Erweiterung des Ensembles vorgelegt, meldete jedoch Insolvenz an – das Vorhaben kam zum Erliegen. Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter ziehen sich hin, wie René Rebenstorf, Leiter des Stadtplanungsamtes, einräumt. Bereits seit 15 Jahren steht die „Grüne Tanne“ auf der „Roten Liste“ der vom Verfall bedrohten Denkmäler der Stadt.
Ein auf Denkmalsanierung spezialisiertes Unternehmen hat Interesse signalisiert, die bestehenden Gebäude zu retten – allerdings ohne Neubebauung. Doch die Insolvenz des Eigentümers vertieft die Pattsituation, sodass die Zukunft des Ensembles weiter ungewiss bleibt.
Die Stadt drängt weiterhin auf eine Lösung, um das Gelände zu sichern und die öffentliche Zugänglichkeit wiederherzustellen. Die historischen Gebäude bleiben akut gefährdet, ihre Rettung hängt von rechtlichen und finanziellen Klärungen ab. Der Fall zeigt exemplarisch die Herausforderungen beim Erhalt von Kulturgut zwischen Eigentümerstreitigkeiten und wirtschaftlicher Instabilität.






