14 April 2026, 14:34

Warum organisiertes Misstrauen unsere Demokratie gefährdet

Gruppe von Menschen mit einem Banner "├ľffnet die Grenzen, rettet Leben, bek├Ąmpft Faschismus" vor einem Geb├Ąude mit Glasfenstern und einer Stange, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Stra├če.

Warum organisiertes Misstrauen unsere Demokratie gefährdet

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Vertrauen in zentrale Institutionen bröckelt. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie das Vertrauen in Gerichte, Wissenschaft und Medien schwindet. Gleichzeitig nutzen populistische Bewegungen diese Entwicklung, um an Einfluss zu gewinnen.

El-Mafaalani argumentiert, dass Misstrauen längst kein individuelles Gefühl mehr ist – es prägt mittlerweile ganze Gruppen. Digitale Medien ermöglichen es skeptischen Menschen, sich zu vernetzen, zu organisieren und ihre Ansichten gegenseitig zu verstärken. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" vertrauen nur noch einander und feindlich gesinnten politischen Kräften wie der rechtspopulistischen AfD.

Das Buch warnt zudem: Selbst wenn die AfD an die Macht kommt und ihre Unzulänglichkeiten offenbart werden, wird das das öffentliche Vertrauen nicht automatisch wiederherstellen. Selbst bei Enttäuschungen werden ihre Anhänger kaum zu einer demokratischen Mainstream-Politik zurückkehren. El-Mafaalani zieht Parallelen zum Aufstieg von Figuren wie Trump und zeigt, wie Misstrauen als politisches Machtinstrument genutzt wird.

Seine Analyse kommt zu dem Schluss, dass herkömmliche Gegenstrategien – wie Faktenchecks, Widerlegungen oder das Abwarten von Fehlschlägen der Populisten – nicht mehr ausreichen. Stattdessen fordert er Ansätze, die die tieferen Gründe angehen, warum Menschen sich von Institutionen abwenden.

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El-Mafaalani macht auf eine langfristige Herausforderung aufmerksam: Organisiertes Misstrauen verschwindet nicht einfach. Sollten seine Erkenntnisse zutreffen, könnte der Einfluss der AfD selbst dann bestehen bleiben, wenn die Partei in der Regierung scheitert. Das Buch bietet einen Rahmen, um diese Verschiebung im öffentlichen Vertrauen zu verstehen – und ihr entgegenzuwirken.

Quelle