18 April 2026, 06:27

Wie die DDR 1988 heimlich Joseph Beuys ausstellte – trotz jahrelangem Verbot

Plakat für die Internationale Kunstausstellung in München, Deutschland, mit einer zentralen menschenköpfigen Figur und Text über das Ereignis.

Wie die DDR 1988 heimlich Joseph Beuys ausstellte – trotz jahrelangem Verbot

Die DDR zeigte 1988 ihre erste und einzige Joseph-Beuys-Ausstellung – obwohl der Künstler jahrelang als politisch problematisch galt. Unter dem Titel "Beuys vor Beuys" lief die Schau von Mitte Januar bis Mitte Mai an zwei Orten und bildete eine seltene Ausnahme in der sonst strengen Kulturpolitik der DDR.

Die Verhandlungen für die Ausstellung in der DDR begannen, nachdem sie ursprünglich vom Land Nordrhein-Westfalen konzipiert worden war. Die sozialistische Führung der DDR hatte Beuys lange als "unerwünschte Person" eingestuft und seine Werke von der öffentlichen Präsentation ausgeschlossen. Doch gegen Ende der 1980er-Jahre wuchs der Druck, seinen Einfluss anzuerkennen.

Eröffnet wurde die Schau im Berliner Marstall, bevor sie an die Hochschule für Grafik und Buchkunst nach Leipzig weiterzog. Gezeigt wurden 216 Werke aus der Sammlung van der Grinten, allesamt zwischen 1946 und 1966 entstanden. Die Organisatoren mieden jedoch bewusst jede Erwähnung von Beuys' späterer Rolle als gesellschaftlich engagierter Künstler und Demokrat.

Manfred Wekwerth, Präsident der Akademie der Künste, räumte in einem Schreiben an das ZK der SED ein, dass das Ignorieren Beuys' nicht mehr haltbar sei. Seine Worte spiegelten einen Wandel in der Haltung wider, auch wenn die Ausstellung selbst streng kontrolliert blieb.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Schau von 1988 blieb die einzige offizielle Präsentation von Beuys' Werk in der DDR. Sie bot einen begrenzten, aber beispiellosen Einblick in sein frühes Schaffen – ein Zeichen für die wachsende Anerkennung des Künstlers und die vorsichtige Öffnung der DDR-Kulturpolitik.

Quelle