Wolters Brauerei beantragt Eigenverwaltung – Rettung oder Ende einer Tradition?
Tatjana ReinhardtWolters Brauerei beantragt Eigenverwaltung – Rettung oder Ende einer Tradition?
Die Wolters Brauerei hat Eigenverwaltung beantragt, um ihr Unternehmen eigenständig zu sanieren. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund von Gerüchten, dass die Brauerei vor dem Zusammenbruch steht. Mit dem Insolvenzverfahren soll eine Lösung für die wirtschaftliche Zukunft in Abstimmung mit Aktionären und Gläubigern gefunden werden.
Die Stadtverwaltung bestätigte, mit der Geschäftsführung von Wolters im Gespräch zu sein. Man stehe weiteren Gesprächen in einem runden Tisch mit Vertretern des Stadtrats und regionalen Akteuren offen gegenüber. Allerdings müsse für einen solchen Runden Tisch zunächst das Ergebnis der Insolvenzverhandlungen sowie eine klare Strategie vorgelegt werden.
Die CDU-Stadtratsfraktion plant, einen Eilantrag zur Einrichtung einer Taskforce einzubringen. Dieser Arbeitsgruppe sollen die Wolters-Geschäftsführung, der Betriebsrat, Vertreter der Gastronomiebranche, die Volksbank BraWo sowie Spitzenvertreter der großen Stadtratsfraktionen angehören. Trotz dieser Initiative ist die Stadtverwaltung formal nicht in den Sanierungsprozess eingebunden und hat aufgrund strenger Wettbewerbs- und Beihilferegeln keinen direkten Einfluss.
Die Stadtverwaltung betrachtet die Wolters Brauerei als festen Bestandteil der kulinarischen Kultur der Region. Dennoch schränken rechtliche Vorgaben kommunale Eingriffe in Finanzkrisen privater Unternehmen ein. Die Zukunft der Brauerei hängt nun von den laufenden Insolvenzverhandlungen und den Bemühungen der geplanten Taskforce ab.
