26 April 2026, 12:37

"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen": Ein Buch bricht mit Klischees über jüdisches Leben in Deutschland

Altes Buch mit hebräischer Schrift auf schwarzem Hintergrund, die sichtbare Seite liest "Jüdisches Pessach-Seder".

"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen": Ein Buch bricht mit Klischees über jüdisches Leben in Deutschland

Ein neues Buch mit dem Titel "Worüber Jüdinnen und Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland" bietet einen seltenen Einblick in das Leben jüdischer Menschen im Land. Verfasst von Joshua Schultheis und Mascha Malburg, stellt es die begrenzte Art infrage, wie jüdische Stimmen in öffentlichen Debatten meist wahrgenommen werden. Statt sich nur auf historische Erinnerung oder geopolitische Konflikte zu konzentrieren, präsentieren die Autoren persönliche Geschichten einer vielfältigen Gruppe von Menschen.

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Das Buch enthält Gespräche mit acht Jüdinnen und Juden, die jeweils unterschiedliche Hintergründe haben. Manche wurden in Deutschland geboren und stammen aus Familien, die seit Generationen dort leben. Andere sind erst kürzlich eingewandert – aus der Ukraine, Russland oder Städten wie New York und Tel Aviv. Ihre Erzählungen umfassen ein breites Spektrum an Erfahrungen, von aschkenasischen und mizrachischen Identitäten bis hin zu queeren Perspektiven und Debatten über patrilineare Abstammung.

Schultheis, politischer Redakteur bei der "Jüdischen Allgemeinen", und Malburg, eine Wissenschaftlerin, die über Hannah Arendts Revolutionstheorie promoviert hat, strukturierten das Buch so, dass es die Komplexität jüdischen Lebens widerspiegelt. Sie argumentieren, dass öffentliche Diskussionen die jüdische Präsenz in Deutschland oft auf Momente der Erinnerung oder der Krise reduzieren. Indem sie den Interviewten selbst das Wort erteilen, wollen die Autoren ein umfassenderes Bild ihrer Anliegen und Selbstwahrnehmung zeichnen.

Der bewusste Fokus des Buches auf persönliche Erzählungen steht im Kontrast zu gängigen Klischees. Es zeigt, wie jüdische Identitäten in Deutschland durch Migration, kulturelles Erbe und individuelle Entscheidungen geprägt werden – und nicht nur durch historische oder politische Ereignisse.

"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen" gibt Stimmen eine Plattform, die selten außerhalb spezifischer Kontexte gehört werden. Die Gespräche offenbaren eine Gemeinschaft, die weit vielfältiger ist, als oft angenommen wird. Indem das Buch diese Stimmen in den Mittelpunkt stellt, bietet es Leserinnen und Lesern die Möglichkeit, sich mit jüdischen Erfahrungen in Deutschland auf Augenhöhe auseinanderzusetzen.

Quelle