1,9 Millionen Euro aus Parkuhrautomaten veruntreut: Kemptener Ehepaar vor Gericht
Oscar Kabus1,9 Millionen Euro aus Parkuhrautomaten veruntreut: Kemptener Ehepaar vor Gericht
Ein 40-jähriger städtischer Mitarbeiter und seine 38-jährige Ehefrau stehen in Kempten vor Gericht, weil sie fast 1,9 Millionen Euro aus kommunalen Parkuhrautomaten veruntreut haben sollen. Das betrügerische System funktionierte über ein Jahrzehnt lang, bis verdächtige Banktransaktionen im November 2025 zu ihrer Festnahme führten.
Der Mann entwendete systematisch Bargeld aus den Parkuhrautomaten, während er für die Stadt arbeitete. Seine Frau wusch das Geld anschließend, indem sie es auf ihre Konten einzahlte oder gegen Geschenkgutscheine eintauschte. Jahre lang blieben ihre Machenschaften unentdeckt.
Erst als eine Bank ungewöhnliche Bewegungen auf den Konten des Paares meldete, kam es zu Ermittlungen. Die Behörden nahmen beide Angeklagten fest, die seitdem in Untersuchungshaft sitzen. Die Staatsanwaltschaft fordert nun die vollständige Einziehung der gestohlenen Gelder.
Als Reaktion auf den Betrug ließ die Stadt Kempten alle Schlösser der Parkuhrautomaten austauschen und übertrug die Wartungsaufgaben an ein externes Unternehmen. Der Prozess dauert noch an, während die Ermittler das volle Ausmaß der Veruntreuung aufklären.
Der Fall hat langjährige Schwachstellen im Parkgebührensystem der Stadt offenbart. Da die Angeklagten weiterhin in Haft sind, muss das Gericht nun entscheiden, ob die vollen 1,9 Millionen Euro zurückerlangt werden können. Neue Sicherheitsvorkehrungen wurden bereits eingeführt, um künftige Vorfälle zu verhindern.






