47 Jahre nach dem Diebstahl: Tourist zahlt für gestohlenen Hofbräuhaus-Krug
Tatjana Reinhardt47 Jahre nach dem Diebstahl: Tourist zahlt für gestohlenen Hofbräuhaus-Krug
Ein Tourist, der 1976 einen Bierkrug aus dem berühmten Münchner Hofbräuhaus gestohlen hatte, hat nun 20 Euro als verspätete Zahlung überwiesen. Der Mann, bei dem es sich vermutlich um einen Briten oder Amerikaner handelt, gestand die Tat in einem Brief an die Brauerei, nachdem er den aktuellen Preis des traditionellen Maßkrugs überprüft hatte. Seine Entschuldigung kommt Jahrzehnte nach dem Diebstahl – doch das Geld wird nun einem lokalen Hilfsprojekt zugutekommen.
Der Vorfall liegt fast 50 Jahre zurück: Damals entwendete der Besucher den Ein-Liter-Krug aus dem Hofbräuhaus. In seinem jüngsten Schreiben räumte er den Diebstahl ein und legte 20 Euro bei – etwas mehr als die 19,95 Euro, die auf der Website der Brauerei für den Krug angegeben sind. Das Hofbräuhaus führt zwar keine Statistik darüber, wie viele Krüge jährlich verschwinden, doch solche Geständnisse und Rückgaben kommen regelmäßig vor.
Etwa drei- bis viermal pro Jahr erhält die Brauerei Briefe mit Geld oder gestohlenen Krügen von reumütigen Touristen. 2020 etwa schickte eine Amerikanerin einen Krug an den Platzl-Bierkeller zurück, den sie 55 Jahre lang behalten hatte. Die Sicherheitskontrollen am Eingang des Hofbräuhauses sollen solche Diebstähle verhindern – dennoch gehen immer wieder Krüge verloren.
Die 20 Euro des Touristen fließen an die Initiative Bunte Münchner Kindl, die bedürftigen Kindern in München hilft. Zwar erfasst die Brauerei nicht die genaue Zahl der zurückgegebenen oder entschädigten Krüge, doch dieser Fall reiht sich in eine lange Geschichte verspäteter Wiedergutmachung ein. Das Hofbräuhaus geht mit solchen Vorfällen weiterhin pragmatisch um – und nutzt sie oft, um lokale Projekte zu unterstützen.