Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach elf Monaten Sperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Tatjana ReinhardtBahnstrecke Hamburg–Berlin nach elf Monaten Sperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach monatelanger Sperrung endlich wieder in Betrieb
Nach einer fast elfmonatigen Vollsperrung ist die wichtige Verbindung zwischen Hamburg und Berlin wieder befahrbar – allerdings mit sechs Wochen Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan. Die Wiedereröffnung erfolgte Mitte Juni, statt wie geplant Anfang Mai. Verzögerungen durch anhaltende Kälteperioden und Bauverzögerungen hatten den Fahrplan durcheinandergebracht. Die dafür vorgesehenen Rücklagen in Höhe von rund 300 Millionen Euro wurden vollständig aufgebraucht.
Während der Sperrung wurden Fernzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet, Regionalreisende mussten auf Schienenersatzverkehr mit Bussen ausweichen. Die Gesamtkosten für die Sanierung beliefen sich auf etwa 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen Euro mehr als ursprünglich veranschlagt.
Doch auch nach der Wiederinbetriebnahme gibt es weiterhin Probleme: Aufzüge funktionieren nicht einwandfrei, Züge verkehren nicht pünktlich, und das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) konnte nicht wie geplant installiert werden. Das bedeutet, dass in Zukunft eine weitere längere Vollsperrung notwendig sein wird.
Die Deutsche Bahn plant, bis Mitte der 2030er-Jahre Dutzende alter Strecken grundlegend zu sanieren, um wiederholte Baustellen zu vermeiden. Doch das Konzept großflächiger „Generalsanierungen“ steht in der Kritik – wegen der langen Sperrzeiten und explodierenden Kosten.
Zwar ist die Strecke nun wieder befahrbar, doch viele Probleme sind noch nicht gelöst. Die verzögerte Fertigstellung und die Kostenüberschreitung zeigen, wie herausfordernd große Infrastrukturprojekte sind. Weitere Sperrungen werden nötig sein, um die ETCS-Installation abzuschließen.
