20 March 2026, 18:26

Christian Ulmen: Ex-Frau wirft ihm digitale Gewalt und Identitätsmissbrauch vor

Schwarze und weiße Zeitschrift mit dem Titel 'Humoristische Liste', die einen Mann im Anzug mit ernster Miene und eine Frau zeigt, die wegsieht und leicht schmunzelt.

Christian Ulmen: Ex-Frau wirft ihm digitale Gewalt und Identitätsmissbrauch vor

Schauspieler und Komiker Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm vor, in ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt, explizite Inhalte verbreitet und unter ihrer Identität Telefongespräche mit sexuellem Inhalt geführt zu haben. Fernandes bezeichnete sein Verhalten als "virtuelle Vergewaltigung" und behauptet, er habe persönliche Grenzen auf eine Weise überschritten, die seinem umstrittenen Bühnenimage entsprach.

Die Anschuldigungen haben die Debatte über Frauenfeindlichkeit in der Unterhaltungsbranche neu entfacht – insbesondere im Hinblick auf Ulmens frühe Arbeiten, in denen er häufig misogyne Charaktere für komödiantische Effekte spielte.

Mitte der 2000er-Jahre wurde Ulmen durch die Reality-Show "Mein neuer Freund" bekannt, in der er wöchentlich einen anderen "schrecklichen" Freund verkörperte. Das Konzept sah vor, dass Frauen ihre neuen Partner ihren Familien vorstellten, wobei die besonders respektlosen Freunde die Beziehungen oft zum Scheitern brachten. Der derbe Humor und der herablassende Ton der Sendung prägten Ulmens Kultstatus, besonders bei Fans seines fiktiven adligen Snobs Alexander von Eich. Diese Figur – bekannt dafür, seine Freundin herumzukommandieren und sie mit "Franziskarrrrr!" anzusprechen – verschwamm die Grenzen zwischen Satire und realem Verhalten.

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Ein weiteres umstrittenes Projekt war "Wer will meine Freundin vögeln?" (Originaltitel: "Who Wants to Fuck My Girlfriend?"), bei dem Ulmen Männer dazu einlud, in einem Wettbewerb zu ermitteln, wer die "heißeste" Freundin habe. Die Challenges wurden weithin als frauenfeindlich und geschmacklos kritisiert. Zwar gab es vor Fernandes' Vorwürfen keine bekannten Skandale oder Anschuldigungen gegen Ulmen, doch ihre Aussagen deuten auf ein dunkleres Muster hinter seiner öffentlichen Persona hin.

Als die Beziehung zwischen Fernandes und Ulmen 2010 an die Öffentlichkeit kam, hinterfragten einige Beobachter – darunter die Autorin eines aktuellen Kommentars – ihre Partnerwahl. Diese Reaktion spiegelt eine breitere Kultur wider, in der die Entscheidungen und die Intelligenz von Frauen infrage gestellt werden. Heute werden diese Urteile neu bewertet; manche bereuen ihre anfänglichen Annahmen. Fernandes' Schilderungen haben zudem eine größere Diskussion über Missbrauch ausgelöst, wobei Unterstützer:innen das Credo der Überlebenden Gisèle Pelicot aufgreifen: "Die Scham muss die Seite wechseln."

Es gibt keine Belege dafür, dass Ulmen jenseits von "Mein neuer Freund" weitere problematische Inhalte produziert hat, und auch zuvor waren keine Vorwürfe bekannt geworden. Dennoch haben Fernandes' Aussagen eine Auseinandersetzung mit der Frage angestoßen, wie Frauenfeindlichkeit – selbst wenn sie als Komödie verpackt ist – schädliches Verhalten normalisieren kann.

Ihre Anschuldigungen rücken Ulmens Karriere und den Umgang der Unterhaltungsindustrie mit Frauen erneut in den Fokus. Der Fall zeigt, wie fiktive Darstellungen von Misogynie in reale Schädigung umschlagen können, insbesondere wenn Grenzen verletzt werden. Während Unterstützer:innen von Fernandes die Wichtigkeit betonen, Frauen zu glauben, die sich äußern, ringt die Öffentlichkeit mit den Konsequenzen ihrer Geschichte.

Quelle