20 April 2026, 00:59

Deutschland setzt auf Windräder in windschwachen Regionen – trotz geringer Ausbeute

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Deutschland setzt auf Windräder in windschwachen Regionen – trotz geringer Ausbeute

Deutschland treibt den Ausbau der Windkraft auch in seinen windschwächsten Regionen voran. Umweltminister Carsten Schneider hat Pläne angekündigt, den Bau von Windrädern in Gebieten mit geringerer Windausbeute zu fördern. Mit dieser Maßnahme soll das nationale Stromnetz stabilisiert und die hohen Stromkosten im Land gesenkt werden.

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Vor allem Süddeutschland, insbesondere Bayern, hat mit der Windenergie aufgrund ungünstiger Bedingungen zu kämpfen. Die durchschnittliche "Güteklasse" für Wind liegt in der Region bei nur 55 Prozent, wobei bereits 76 Prozent der Anlagen in windschwachen Zonen stehen. Um diese Gebiete zu unterstützen, hat die Bundesregierung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einen "Korrekturfaktor" eingeführt, der die Förderung um bis zu das 1,55-Fache erhöht.

Schneider bestätigte, dass das bestehende "Referenzertragsmodell" beibehalten wird. Dieses System gleicht die geringeren Erträge von Windkraftanlagen in weniger günstigen Lagen aus. Das Ministerium argumentiert, dass eine breitere Verteilung der Windräder über verschiedene Windbedingungen hinweg die Netzstabilität verbessere und die Abhängigkeit von besonders windreichen Regionen verringere.

Bis 2030 plant die Regierung, zusätzliche 12 Gigawatt Windkraftleistung auszuschreiben. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der Deutschland mit den höchsten Strompreisen Europas kämpft – im Jahr 2024 liegen sie für energieintensive Industrien bei durchschnittlich 10,5 Cent pro Kilowattstunde.

Der Ausbau der Windenergie in windschwachen Regionen stützt sich auf erhöhte Subventionen und strategische Ausschreibungen. Die Politik zielt darauf ab, die Netzstabilität zu stärken und gleichzeitig die Betreiber in weniger idealen Standorten zu unterstützen. Stromkosten und Versorgungssicherheit bleiben dabei zentrale Faktoren für die Umsetzung.

Quelle