Deutschlands Schulden explodieren: 2,5 Billionen Euro für Klima und Infrastruktur
Tatjana ReinhardtDeutschlands Schulden explodieren: 2,5 Billionen Euro für Klima und Infrastruktur
Deutschlands Staatsverschuldung steigt rasant
In den vergangenen Jahren ist die deutsche Staatsverschuldung stark angestiegen – von 1,9 Billionen Euro auf über 2,5 Billionen Euro. Der Anstieg geht mit einer Ausweitung der Kreditaufnahme einher, um große Infrastruktur- und Klimaprogramme zu finanzieren. Ein zentrales Vorhaben ist der Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK), der in den kommenden zehn Jahren Investitionen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro vorsieht.
Im März 2025 lockerte die Regierungskoalition die verfassungsmäßige Schuldenbremse. Dadurch können bestimmte Ausgaben – darunter auch jene des SVIK – die Kreditobergrenzen umgehen. Der SVIK umfasst ein Volumen von 500 Milliarden Euro, das über zwölf Jahre verteilt und durch Kredite finanziert wird.
Davon sind 300 Milliarden Euro für Bundesinvestitionen in Straßen, Schienen, Energienetze und Digitalisierung vorgesehen. Weitere 100 Milliarden Euro fließen in den Klimaschutz- und Transformationsfonds. Bis Ende 2025 befanden sich zwei Drittel der SVIK-geförderten Projekte noch in der Planungsphase, nur ein Drittel war tatsächlich in Umsetzung.
Trotz des zögerlichen Starts wurden bereits verbindliche Zusagen in Höhe von 87,6 Milliarden Euro für diese Vorhaben getroffen. Die tatsächlichen Auszahlungen hinkten jedoch hinterher: Von den für 2025 veranschlagten 37,2 Milliarden Euro wurden nur 24 Milliarden abgerufen. Der durchschnittliche Fortschritts- und Wirkungsgrad der Initiativen lag bei lediglich 54 Prozent.
Auch die Rüstungsausgaben sollen deutlich steigen. Die Mittel in diesem Bereich werden voraussichtlich von 21,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 103,5 Milliarden Euro bis 2029 anwachsen.
Die Regierung erwartet, dass diese zusätzlichen Investitionen das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) kurzfristig um etwa einen halben Prozentpunkt steigern werden. Die Pro-Kopf-Verschuldung beläuft sich mittlerweile auf fast 30.000 Euro. Das Ausmaß der Kreditaufnahme und der Ausgaben markiert einen grundlegenden Wandel in der Finanzpolitik, um langfristige Infrastruktur- und Klimaziele zu erreichen.






