24 March 2026, 10:30

F126-Fregatten: Deutschlands teuerstes Marineprojekt kämpft mit Verzögerungen und Milliardenrisiken

Ein Weltkriegspropagandaplakat mit einem Soldaten in Helm und Militäruniform, der eine Waffe hält, mit der Aufschrift "Investiere in die Invasion, kaufe Kriegsanleihen" darüber.

F126-Fregatten: Deutschlands teuerstes Marineprojekt kämpft mit Verzögerungen und Milliardenrisiken

Deutschlands F126-Fregattenprogramm: Größtes Marineprojekt steckt in Verzögerungen und Kostenexplosion

Das F126-Fregattenprogramm der deutschen Marine, das größte Neubauprojekt der Flotte, sieht sich weiteren Verzögerungen und steigenden Kosten gegenüber. Ursprünglich unter der Führung der niederländischen Werft Damen Naval gestartet, liegt das zehn Milliarden Euro schwere Vorhaben mittlerweile vier Jahre hinter dem Zeitplan. Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat inzwischen die Rolle des Generalunternehmers übernommen und bewirbt sich um die Position des Hauptauftragnehmers – eine Entscheidung könnte bereits in diesem Sommer fallen.

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Unterdessen meldete der Rüstungszulieferer RENK für das Jahr 2025 starke Finanzkennzahlen, doch der Aktienkurs bleibt deutlich unter den jüngsten Höchstständen angesichts anhaltender Unsicherheiten in der Branche.

Das F126-Programm, das den Bau von sechs hochmodernen Fregatten vorsieht, kämpft seit Langem mit Rückschlägen. Nachdem Damen Naval Fristen nicht einhalten konnte, übernahm Rheinmetall im April 2025 die Funktion des Generalunternehmers. Das Unternehmen strebt nun die Ablieferung der ersten Fregatte für Ende 2031 an, doch die Zukunft des Projekts bleibt ungewiss. Das Verteidigungsministerium prüft derzeit Rheinmetall sowie einen weiteren Bieter; eine endgültige Entscheidung wird nicht vor Ende April erwartet.

Rheinmetalls Drängen auf einen zügigen Neustart fällt in eine Phase, in der die deutsche Marinewerften mit grundsätzlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Die staatseigene NVL-Gruppe (Nationale Marineverbund Lürssen) sieht sich bei drei weiteren Großprojekten – den Korvetten der K130-Klasse, den Minenjagdbooten der Klasse 707 und den Tauchbooten der Klasse 424 – mit massiven Kostenüberschreitungen und Verzögerungen konfrontiert. Diese Probleme deuten auf strukturelle Schwächen in der deutschen Marinebeschaffung hin.

Demgegenüber verzeichnete RENK, ein zentraler Zulieferer der Rüstungsindustrie, im Jahr 2025 einen Umsatzrekord von 1,37 Milliarden Euro, wobei sich der Nettogewinn auf 101 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Der Auftragsbestand beläuft sich mittlerweile auf 6,68 Milliarden Euro, und für 2026 prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro. Die Aktionäre profitieren zudem von einer um 38 Prozent erhöhten Dividende in Höhe von 0,58 Euro pro Aktie, die ab dem 11. Juni 2026 ausgezahlt wird.

Trotz dieser positiven Zahlen ist der Aktienkurs von RENK seit seinem Höchststand im Oktober 2025 um mehr als 40 Prozent gefallen. Auch bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) hat das Vertrauen der Anleger gelitten – hier gab es einen Kursrückgang von fast sieben Prozent. Die Unsicherheit um die Vergabe des F126-Auftrags lastet schwer auf beiden Unternehmen und unterstreicht die Risiken, die mit den problembehafteten Marineprogrammen Deutschlands verbunden sind.

Die Zukunft des F126-Programms hängt nun von der anstehenden Entscheidung des Verteidigungsministeriums über den Hauptauftragnehmer ab. Sollte Rheinmetall den Zuschlag erhalten, könnte dies die Arbeiten beschleunigen – doch die bisherigen Verzögerungen werfen Fragen auf. Für RENK stehen solide Finanzdaten einem gedrückten Aktienkurs gegenüber, was die allgemeine Verunsicherung in der Rüstungsbranche widerspiegelt.

Eine Vertragsvergabe noch in diesem Sommer könnte zwar für mehr Klarheit sorgen, doch die systemischen Probleme in der deutschen Marinebeschaffung deuten darauf hin, dass das zehn Milliarden Euro schwere Projekt auch künftig vor Herausforderungen stehen wird.

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