Grüne in Rheinland-Pfalz verlieren an Zustimmung – was kommt nach 15 Jahren Regierung?
Oscar KabusGrüne in Rheinland-Pfalz verlieren an Zustimmung – was kommt nach 15 Jahren Regierung?
Die Grünen in Rheinland-Pfalz erreichten bei der Landtagswahl 2026 etwa acht Prozent der Stimmen – ein Rückgang gegenüber dem Ergebnis von 2021. Parteichefin Katrin Eder nahm das Ergebnis mit Stolz zur Kenntnis, warnte jedoch vor kommenden Herausforderungen, da die Grünen nach 15 Jahren Regierungsbeteiligung in die Opposition wechseln.
Die Wahlbeteiligung lag bei 68,5 Prozent, ein Anstieg um 4,2 Prozentpunkte im Vergleich zu 2021. Damit setzt sich ein Trend fort: 2021 hatten 64,3 Prozent der Wahlberechtigten teilgenommen, 2016 waren es 70,4 Prozent, in früheren Jahren lag die Beteiligung noch niedriger.
Eder, bekannt als Umwelt- und Verkehrsdezernentin von Mainz, hatte sich für den Ausbau des ÖPNV und strengere Regeln für den Autoverkehr eingesetzt. Im Endspurt des Wahlkampfs grenzte sie die Grünen bewusst von der SPD ab, indem sie die Klimapolitik in den Vordergrund stellte. Nach Bekanntgabe der Hochrechnungen erhielt sie beim Wahlabend der Partei Glückwünsche.
In der neuen Legislaturperiode stehen die Grünen vor einer schwierigen Position im Landtag. Ohne Koalitionsoptionen werden sie als kleine demokratische Opposition neben einer Großen Koalition und einer erstarkten AfD agieren. Eder kritisierte Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) scharf: Er habe die Bemühungen zum Ausstieg aus Verbrennermotoren ausgebremst. Zudem warnte sie, dass eine schwarz-rote Regierung Fortschritte in der Klimapolitik zurückdrehen könnte.
Trotz des Rückschlags betonte Eder, dass die Grünen die Große Koalition in Umweltfragen unter Druck setzen würden.
Nach mehr als einem Jahrzehnt in der Regierung wechseln die Grünen nun in die Opposition. Ihr Fokus wird darauf liegen, die Regierungsmehrheit bei der Klimapolitik zur Verantwortung zu ziehen. Mit acht Prozent der Stimmen bleiben sie zwar eine Stimme im Landtag, verfügen aber nicht mehr über den Einfluss früherer Legislaturperioden.






