Kerendia-Studie bringt Aktienboom trotz Milliardenverlusten des Pharmakonzerns
Tatjana ReinhardtKerendia-Studie bringt Aktienboom trotz Milliardenverlusten des Pharmakonzerns
Die Aktien des Pharmakonzerns sind nach positiven klinischen Ergebnissen für sein Medikament Kerendia um 4,71 % auf 40,25 Euro gestiegen. Der jüngste Studienerfolg könnte die Zulassung des Wirkstoffs über die bisher beschränkte Anwendung bei Nierenpatienten mit Typ-2-Diabetes und bestimmten Herzerkrankungen hinaus ausweiten.
Kerendia (wissenschaftlicher Name: Finerenon) erhielt erstmals am 21. Juli 2021 die Zulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA und am 24. März 2022 die EU-Zulassung. Frühere Studien belegten seine Wirksamkeit bei der Senkung des Albumin-Kreatinin-Quotienten im Urin (UACR) sowie bei der Verbesserung der Nieren- und Herzgesundheit von Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) und Typ-2-Diabetes. Zudem verringerte das Medikament das kardiovaskuläre Risiko in dieser Patientengruppe.
Die aktuelle FIND-CKD-Studie zeigte, dass Kerendia seinen primären Endpunkt bei Erwachsenen mit nicht-diabetischer CKD erreichte und in der Nierenfunktion einem Placebo überlegen war. Dieser Durchbruch veranlasst das Unternehmen, einen neuen Antrag auf erweiterte FDA-Zulassung vorzubereiten. Bei Erfolg könnte die breitere Anwendung die Marktchancen des Medikaments deutlich steigern.
Trotz dieser Fortschritte steht der Konzern vor finanziellen Herausforderungen: Im Geschäftsjahr 2025 verbuchte er einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und eine Nettoverschuldung von fast 30 Milliarden Euro – vor allem aufgrund hoher Prozesskosten. Anleger beobachten zudem zwei entscheidende Gerichtsurteile im April und Mitte Juni 2026, die die Zukunft des Unternehmens prägen könnten. Zudem gibt es verstärkte Aufmerksamkeit für US-Regulierungsgespräche zu Warnhinweisen auf Roundup-Produkten sowie eine Verordnung zur Sicherung der Glyphosat-Versorgung.
Die jüngsten Studienergebnisse haben das Vertrauen in das Potenzial von Kerendia gestärkt und den Aktienkurs steigen lassen. Mit einer geplanten FDA-Einreichung strebt das Unternehmen eine Ausweitung der Anwendung an, doch bleiben finanzielle und rechtliche Hürden bestehen. Die Ergebnisse der anstehenden Gerichtsverfahren werden den weiteren Weg des Konzerns maßgeblich beeinflussen.






