16 March 2026, 10:27

Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Denkmalschützer laufen Sturm

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür am Boden.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Denkmalschützer laufen Sturm

Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen – scharfe Kritik von Denkmalschützern

Der Kölner Dom, der jährlich sechs Millionen Besucher anzieht, könnte ab der zweiten Jahreshälfte 2024 ein Eintrittsgeld erheben. Die geplante Maßnahme stößt bei Expert:innen für Kulturerbe auf heftige Ablehnung. Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner nannte den Vorschlag "sehr problematisch" und warnte, er könnte die Rolle des Doms als zentraler Ort der Stadt grundlegend verändern.

Die Verantwortlichen begründeten die mögliche Gebühr mit der Notwendigkeit, zusätzliche Mittel für die Instandhaltung zu sichern. Schock-Werner erkannte zwar den finanziellen Druck an, argumentierte jedoch, dass ein Eintrittsgeld den kulturellen Stellenwert des Bauwerks untergraben könnte. Sie betonte, die Kathedrale müsse für alle zugänglich bleiben – nicht nur für diejenigen, die es sich leisten können.

Frühere Versuche, an bedeutenden deutschen Stätten Eintritt zu erheben, scheiterten bereits an massivem Widerstand. So zog der Kölner Dom 2023 einen Plan für eine fünf Euro teure Eintrittskarte zurück, nachdem über 100.000 Menschen dagegen protestiert hatten. Auch der Aachener Dom testete 2024 eine Gebührenregelung, gab sie aber nach breiter Ablehnung wieder auf. Anwohner:innen, Tourist:innen und Denkmalschutzverbände kritisieren seit Langem, dass solche Maßnahmen den Zugang zu gemeinsamem Kulturgut einschränken.

Schock-Werner warnte, eine Gebühr könnte Millionen der jährlichen Besucher:innen abschrecken. Zudem äußerte sie die Sorge, der Dom könnte seine Identität als offener Ort der Andacht und der Begegnung verlieren. Die Debatte spiegelt den grundsätzlichen Konflikt wider, wie sich Denkmalschutz und der freie Zugang zu Wahrzeichen der Geschichte vereinen lassen.

Eine endgültige Entscheidung über die Pläne steht noch aus. Sollte die Gebühr eingeführt werden, könnte sie noch in diesem Jahr in Kraft treten. Kritiker:innen fordern unterdessen nach wie vor alternative Finanzierungsmodelle, die den öffentlichen Zugang zu einem der ikonischsten Bauwerke Deutschlands nicht einschränken.

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