Lauterbachs Pflege-Reform: Bis zu 1.800 Euro mehr Eigenanteil für Heimbewohner
Reinhild HänelLauterbachs Pflege-Reform: Bis zu 1.800 Euro mehr Eigenanteil für Heimbewohner
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach steht wegen seiner Pläne zur Drosselung des Anstiegs der Pflegezuschüsse in der scharfen Kritik. Die geplanten Änderungen würden die Eigenbeteiligung der Bewohner in den ersten zwei Jahren um bis zu 1.800 Euro erhöhen. Kritiker werfen ihm vor, damit frühere Versprechen zur finanziellen Entlastung bedürftiger Familien zu brechen.
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) hat die Auswirkungen der geplanten Reformen berechnet. Laut ihrer Analyse müssten Pflegeheimbewohner in den ersten zwei Jahren im Schnitt 1.800 Euro mehr aus eigener Tasche zahlen – ein Zeitraum, der die meisten Aufenthalte abdeckt, da drei Viertel der Bewohner nicht länger als zwei Jahre bleiben.
BPA-Präsident Bernd Meurer verurteilte die Pläne als Wortbruch. Er verwies darauf, dass die SPD im Wahlkampf eine Obergrenze für die Zuzahlungen von 1.000 Euro versprochen habe. Stattdessen, so Meurer, verlagere der Minister mit seinem Vorhaben Milliardenkosten auf Pflegebedürftige und ihre Angehörigen.
Meurer warf Lauterbach zudem "Wählertäuschung" vor. Die Betroffenen und ihre Familien kämpften bereits mit hohen Eigenanteilen, sagte er. Die geplanten Änderungen würden ihre finanzielle Belastung weiter verschärfen.
Die vorgesehenen Anpassungen sehen vor, staatliche Zuschüsse zu kürzen, während gleichzeitig die persönlichen Beiträge der Heimbewohner steigen. Da die meisten Pflegeaufenthalte weniger als zwei Jahre dauern, beträfe die durchschnittliche Kostensteigerung die Mehrheit der betroffenen Haushalte. Die Berechnungen des BPA zeigen, dass besonders einkommensschwache Familien stark belastet würden.






