"Motivationskrise": Warum ehrenamtliche Bürgermeister in Massen zurücktreten
Reinhild Hänel"Motivationskrise": Warum ehrenamtliche Bürgermeister in Massen zurücktreten
Immer mehr ehrenamtliche Bürgermeister in Deutschland ziehen sich aus ihren Ämtern zurück. Landrat Achim Hallerbach spricht von einer „Motivationskrise“ bei den kommunalen Verantwortungsträgern. Viele nennen überbordende Aufgaben und öffentliche Kritik als Hauptgründe für ihren möglichen Rückzug.
Mehr als die Hälfte der ehrenamtlichen Bürgermeister könnte 2024 ihr Amt niederlegen. Über ein Drittel hat bereits beschlossen, bei den anstehenden Kommunalwahlen nicht mehr anzutreten. Ein weiteres Viertel ist noch unentschieden, ob es sich erneut zur Wahl stellen wird.
Hallerbach verweist auf unrealistische Erwartungen, die an die Bürgermeister gestellt werden, als zentrales Problem. Er plädiert dafür, hochspezialisierte Aufgaben auf höhere Verwaltungsebenen zu verlagern, um die Arbeitsbelastung zu verringern. Zudem kämpfen ehrenamtliche Bürgermeister mit unzureichenden finanziellen Mitteln und einer wachsenden Bürokratielast, was ihre Situation zusätzlich erschwert.
Die Ergebnisse einer SWR-Umfrage unterstreichen die prekäre Lage. Hallerbach betont, dass viele Amtsinhaber das Gefühl hätten, keine andere Wahl zu haben, als aufzugeben. Er weist auch auf die persönlichen Belastungen hin, denen die Bürgermeister ausgesetzt sind – oft bei geringer Entschädigung und ständiger öffentlicher Beobachtung.
Hallerbach fordert Bund und Länder auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Motivation der ehrenamtlichen Bürgermeister wiederherstellen. Er hält solche Reformen für dringend notwendig, um die aktuelle Krise zu bewältigen. Ohne Gegenmaßnahmen könnte sich der Trend des Rückzugs weiter verstärken.






