Reform der Regionalliga: Warum der Streit um Modelle den Fußball spaltet
Oscar KabusReform der Regionalliga: Warum der Streit um Modelle den Fußball spaltet
Pläne zur Reform der Regionalliga lösen heftige Debatten aus
Ein vorgeschlagener Reformplan für das deutsche Regionalliga-System hat unter Vereinen und Funktionären eine hitzige Diskussion ausgelöst. Das regionale Modell, das die Ligastruktur neu ordnen soll, stößt auf massiven Widerstand wichtiger Akteure. Gleichzeitig gewinnt ein alternatives Kompass-Modell breite Unterstützung, da es mehr Fairness und effizientere Reisewege verspricht.
Die Arbeitsgruppe zur Regionalliga-Reform brachte ein regionales Modell ein, das die Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu zwei Ligen zusammenlegen würde, während die West- und Südwest-Staffeln unverändert blieben. Dieser Vorschlag wurde umgehend von Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), als "völlig realitätsfremd" und als Bestrafung für kritische Vereine scharf kritisiert.
Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, bezeichnete das regionale Modell als "schlechten Witz". Er warf den Verantwortlichen vor, bei der Reform immer wieder falsche Entscheidungen zu treffen. Auch Tommy Haeder, Sprecher der Initiative "Aufstiegsreform 2025", verurteilte den Plan als politische Entscheidung, die den Fußball spalten statt einen würde.
Dagegen erhält das Kompass-Modell Rückhalt von rund 70 Vereinen innerhalb der Aufstiegsreform-Initiative. Dieses Alternativkonzept würde die vier Staffeln jedes Jahr vor allem nach Reiseentfernungen neu ordnen. Hermann Winkler argumentiert, das Kompass-Modell sei fairer, da es die Regionalliga Nordost erhalte. Auch der 1. FC Lokomotive Leipzig unterstützt das Kompass-Modell und nennt es die wettbewerbsfähigste und attraktivste Lösung.
Die Arbeitsgruppe selbst hatte zuvor eine Vier-Staffel-Struktur beschlossen, um allen Regionalliga-Meistern den Aufstieg in die 3. Liga zu ermöglichen. Dieser Konsens gerät nun durch die Kontroverse um das regionale Modell in Gefahr.
Der Streit lässt die Zukunft der Regionalliga-Reform ungewiss erscheinen. Vereine und Funktionäre sind gespalten zwischen dem regionalen Modell und der Kompass-Alternative. Die Entscheidung wird maßgeblich prägen, wie der unterklassige Fußball in Deutschland in den kommenden Jahren strukturiert sein wird.






