Stille Stromrevolution: Energyfish-Turbinen erobern den Rhein bei Sankt Goar
Eileen SontagStille Stromrevolution: Energyfish-Turbinen erobern den Rhein bei Sankt Goar
Drei Energyfish-Turbinen erzeugen nun Strom im Rhein und seinen Nebenflüssen bei Sankt Goar in Rheinland-Pfalz. Diese innovativen Systeme bieten einen neuen Ansatz für die Wasserkraft: Sie fügen sich leise in den Fluss ein und produzieren dabei Strom. Im Gegensatz zu herkömmlichen Staudämmen ermöglichen sie Fischen die freie Wanderung flussauf- und flussabwärts.
Rheinland-Pfalz treibt die Energiewende voran und strebt bis 2030 Klimaneutralität in der öffentlichen Verwaltung und bis 2040 im gesamten Bundesland an. Erneuerbare Energien decken bereits 64 Prozent des Strombedarfs der Region, wobei die Wasserkraft voraussichtlich rund 3 Prozent der deutschen Gesamtstromerzeugung im Jahr 2025 beitragen wird.
Die Energyfish-Turbinen zeichnen sich durch ihre Anpassungsfähigkeit aus: Bei sinkendem Wasserstand lassen sie sich auf den Flussgrund absenken und arbeiten mit reduzierter Leistung weiter. Konzipiert, um Eisgang und Hochwasser standzuhalten, beeinträchtigen sie zudem nicht die Fischwanderung – ein häufiges Problem bei herkömmlichen Wasserkraftwerken.
Eine einzelne Turbine kann im Rhein jährlich etwa 15 Megawattstunden erzeugen. Hochgerechnet würde ein Verbund von 100 Turbinen 1,5 Gigawattstunden pro Jahr liefern – genug, um 450 durchschnittliche deutsche Haushalte mit Strom zu versorgen. Derzeit sind drei Anlagen in Betrieb, 21 weitere sind geplant, sodass langfristig ein Netzwerk von 124 Turbinen entstehen soll.
Die Turbinen arbeiten geräuschlos und sind im Wasser kaum sichtbar. Zudem gleichen sie Schwankungen bei Solar- und Windstrom aus und bieten so eine stetige Quelle sauberer Energie.
Der Ausbau der Energyfish-Turbinen unterstützt die Klimaziele Rheinland-Pfalz' und schützt gleichzeitig die Flussökosysteme. Mit 21 zusätzlichen Anlagen, die demnächst hinzukommen, wird das Projekt die erneuerbare Kapazität der Region bald weiter erhöhen. Die Fähigkeit der Technologie, auch bei Niedrigwasser und extremen Bedingungen zu funktionieren, macht sie zu einer zuverlässigen Ergänzung des deutschen Energiemix.






