Stuttgart 21: Fertigstellung verzögert sich bis 2031 – Kosten steigen auf 14,5 Milliarden Euro
Eileen SontagStuttgart 21: Fertigstellung verzögert sich bis 2031 – Kosten steigen auf 14,5 Milliarden Euro
Stuttgart 21: Umstrittenes Großprojekt verzögert sich weiter – Kosten explodieren
Eines der umstrittensten Infrastrukturvorhaben Deutschlands, Stuttgart 21, steht vor weiteren Verzögerungen und steigenden Kosten. Das Bahnprojekt, das den Stuttgarter Hauptbahnhof modernisieren soll, hätte ursprünglich 2026 in Betrieb gehen sollen – nun wurde die Fertigstellung auf 2031 verschoben. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir hat öffentlich zu mehr Tempo bei dem seit Jahren stockenden Vorhaben aufgerufen.
Kern des Projekts ist der Bau eines unterirdischen Durchgangsbahnhofs als Ersatz für den bisherigen Kopfbahnhof. Bei der ersten Planung lag das Budget bei 4,5 Milliarden Euro, doch die Deutsche Bahn hat die Kostenschätzung mittlerweile auf 14,5 Milliarden Euro nach oben korrigiert. Kritik gibt es vor allem an technischen Mängeln, darunter unzureichende Brandschutzvorkehrungen und Planungsfehler.
2010 kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten, die sich gegen den Abriss des alten Bahnhofs wandten. Die Behörden setzten Wasserwerfer, Pfefferspray und Schlagstöcke ein, um die Proteste aufzulösen. Der öffentliche Widerstand trug dazu bei, dass die Grünen ein Jahr später in Baden-Württemberg an die Regierung kamen.
Zu den jüngsten Rückschlägen zählt die Entdeckung von über 1.000 Kilometern falsch verlegter Kabel und Leitungen, die nun ausgetauscht werden müssen. Hauptgrund für die aktuelle Verzögerung ist jedoch die Komplexität der Digitalisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens. Anfang Juni betonte Cem Özdemir erneut die Notwendigkeit, das Projekt zu beschleunigen.
Die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 ist nun für 2031 vorgesehen – fünf Jahre später als geplant. Die Kosten haben sich seit Projektbeginn mehr als verdreifacht, und technische Herausforderungen bleiben weiterhin ein Hindernis. Die Verzögerungen und Kostenexplosionen stehen weiterhin in der öffentlichen und politischen Kritik.
