30 April 2026, 10:29

Vom kasachischen Dorf zum deutschen Meistertitel: Markus Neufelds bewegende Geschichte

Ein Mann hebt eine Hantelstange bei einem Gewichtheben-Wettbewerb, umgeben von Zuschauern und Wettkampfausrüstung im Hintergrund.

Vom kasachischen Dorf zum deutschen Meistertitel: Markus Neufelds bewegende Geschichte

Markus Neufeld wurde in Kasachstan geboren, fand aber vor über 30 Jahren eine neue Heimat in Deutschland. Seine Familie, ethnische Deutsche, verließ in den frühen 1990er-Jahren ihr Dorf, um in Nordrhein-Westfalen neu anzufangen. Heute ist er Lehrer und Gewichtheber-Champion – ein Rückblick auf seinen Weg von einer kleinen kasachischen Siedlung zu Erfolg in Sport und Bildung in Deutschland.

Neufeld wuchs in Komsomolez auf, einem Dorf in der Region Kostanay in Kasachstan, das heute Karabalyk heißt. Sein Vater, ein Gewichtheber-Trainer, brachte ihm den Sport früh näher. Die Entscheidung der Familie zur Ausreise fiel in den 1990er-Jahren, als viele ethnische Deutsche in ihre angestammte Heimat zurückkehrten.

Am 6. Juni 1991 trafen sie in Deutschland ein – die Neufelds kamen zuerst, kurz darauf folgten die Morkels. Zunächst ließen sie sich in Dortmund-Nette nieder, zogen später nach Eberbach-Pleutersbach in Baden-Württemberg um. Für den jungen Athleten begann damit ein neues Kapitel.

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Von 1998 bis 2016 war Neufeld professioneller Gewichtheber. Er wurde mehrfacher Deutscher Meister und gewann eine Silbermedaille bei den Junioren-Europameisterschaften. Zwei Höhepunkte seiner Karriere waren die Weltmeisterschaft 2011 in Paris und der Wettbewerb in Almaty, Kasachstan – eine Rückkehr zu seinen Wurzeln.

Heute arbeitet er als verbeamteter Grundschullehrer. Trotz des Berufswechsels bleibt er dem Sport treu und hält aktuell den deutschen Titel in der Masters-Klasse für Männer zwischen 40 und 45 Jahren. Obwohl er sich in Deutschland tief verwurzelt fühlt, bewahrt er liebevolle Erinnerungen an Kasachstan – die Einfachheit des Lebens, die weite Natur und die enge Gemeinschaft.

Eine dauerhafte Rückkehr nach Kasachstan plant Neufeld nicht, doch er hofft auf einen erneuten Besuch. Seine Geschichte verbindet zwei Welten: eine Kindheit im ländlichen Kasachstan und ein in Deutschland durch Sport und Bildung aufgebautes Leben. Fürs Erste unterrichtet und kämpft er weiter – verbunden mit Vergangenheit und Gegenwart.

Quelle