Windpark in Wittstock/Dosse: NABU stoppt Bau wegen Artenschutz-Risiken
Reinhild HänelWindpark in Wittstock/Dosse: NABU stoppt Bau wegen Artenschutz-Risiken
Pläne für einen neuen Windpark in Wittstock/Dosse stoßen auf heftigen Widerstand von Naturschützern. Der im März vom Landesamt für Umwelt genehmigte Bau hat den Naturschutzbund Deutschland (NABU) zu rechtlichen Schritten veranlasst – aus Sorge um seltene Tierarten. Elf Windkraftanlagen sollen in der Nähe von Zootzen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin errichtet werden.
Die Wahl des Standorts löst Alarm aus: Experten warnen vor den Folgen für bedrohte Arten. Der NABU befürchtet, dass die Rotoren seltene Vögel und Fledermäuse töten könnten, darunter die geschützte Breitflügelfledermaus, die auf die nahegelegene Wittstock-Ruppiner Heide als Lebensraum angewiesen ist. Zudem liegen Seeadler-Horst in nur 700 Metern Entfernung zur geplanten Baustelle – ein weiteres Risiko für die Tiere.
Der NABU hat bereits juristische Maßnahmen eingeleitet, um den Bau zu stoppen. Am 20. April reichte die Organisation einen Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ein. Gleichzeitig fordert sie die Umsiedlung eines Mäusebussard-Nestes, da dessen Standort mit den geplanten Kranarbeiten für die Turbinen kollidiert.
Obwohl das Landesamt für Umwelt im März grünes Licht für das Projekt gab, ist dessen Zukunft durch den NABU-Widerspruch nun ungewiss. Das Gericht muss nun entscheiden, ob die Bauarbeiten fortgesetzt werden dürfen oder zusätzliche Umweltgutachten erforderlich sind. Sollte der Windpark realisiert werden, droht eine direkte Gefahr für brütende Seeadler, Mäusebussarde und die heimische Fledermauspopulation. Der Fall zeigt einmal mehr den wachsenden Konflikt zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem Artenschutz auf.






