81 Prozent der Deutschen empfinden Vermögensverteilung als ungerecht – doch die Lösungen spalten
Reinhild Hänel81 Prozent der Deutschen empfinden Vermögensverteilung als ungerecht – doch die Lösungen spalten
Eine deutliche Mehrheit der Deutschen hält den Wohlstand im Land für ungerecht verteilt. Eine neue Umfrage zeigt zudem breite Unterstützung für höhere Steuern auf große Erbschaften und die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer. Doch die Meinungen gehen je nach politischer Gesinnung weit auseinander.
Laut der Erhebung empfinden 81 Prozent der Deutschen die Vermögensverteilung als ungerecht. Nur 15 Prozent halten sie für fair. Besonders groß ist die Unzufriedenheit in den ostdeutschen Bundesländern: In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie Berlin-Brandenburg bezeichnen 90 Prozent der Befragten das System als ungerecht.
Für eine stärkere Besteuerung großer Erbschaften sprechen sich 61 Prozent aus, während 32 Prozent dagegen sind. Auch eine Vermögenssteuer findet mit 64 Prozent Zustimmung und 29 Prozent Ablehnung breite Unterstützung. Selbst unter den Anhängern der unionsnahen Parteien befürworten 62 Prozent die Rückkehr der Vermögenssteuer.
Die Haltungen unterscheiden sich jedoch deutlich zwischen den politischen Lagern. Sympathisanten der Grünen, der Linken, der SPD und der Union befürworten mehrheitlich höhere Erbschaftssteuern. Bei den AfD-Anhängern lehnen dagegen 62 Prozent diese ab, nur 33 Prozent sind dafür. Bei der Vermögenssteuer sprechen sich 52 Prozent der AfD-Sympathisanten gegen eine Wiedereinführung aus, während 42 Prozent sie unterstützen.
Die Ergebnisse unterstreichen die weitverbreitete Sorge über wirtschaftliche Ungleichheit in Deutschland. In allen großen Parteien halten Mehrheiten die Vermögensverteilung für ungerecht. Doch in der Steuerpolitik bleibt das Thema umstritten – besonders unter AfD-Anhängern.






