AfD nutzt Berliner Messer-App, um vor der Wahl Transparenz zu erzwingen
Eileen SontagAfD nutzt Berliner Messer-App, um vor der Wahl Transparenz zu erzwingen
Messattacken in Berlin: AfD treibt Transparenzdebatte vor der Wahl voran
Die Zunahme von Messerangriffen in Berlin ist zu einem zentralen Thema im Wahlkampf geworden – die Alternative für Deutschland (AfD) fordert mehr Offenheit. Die Partei hat eine neue App veröffentlicht, die aktuelle Vorfälle dokumentiert, und argumentiert, die Bevölkerung habe ein Recht auf umfassende Informationen über Gewaltstraftaten.
Der Berliner Landesverband der AfD brachte kürzlich eine sogenannte "Messer-App" heraus, die polizeilich erfasste Angriffe der vergangenen 30 Tage erfasst. Sie zeigt die Anzahl der Vorfälle, Verletzungen und Tatorte, an denen Messer eingesetzt wurden. Parteivertreter behaupten, das Tool decke Lücken in der offiziellen Statistik auf, und vergleichen die Polizeidaten mit der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS).
2024 registrierte die Berliner Polizei 3.412 Messerangriffe – ein Anstieg um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch wie viele Täter verurteilt wurden, bleibt unklar: Nur ein Fall im Zusammenhang mit einem Angriff am Holocaust-Mahnmal 2024/2025 ist bisher rechtskräftig abgeurteilt, ein weiterer steht Anfang 2026 noch vor Gericht. Die Fraktionsvorsitzende der AfD, Kristin Brinker, kritisierte die regierende Koalition, weil sie Details – insbesondere die Nationalitäten der Tatverdächtigen – zurückhalte.
Berlin gehört zu den wenigen Bundesländern, die solche Daten nicht veröffentlichen. Die AfD sieht darin eine gezielte Intransparenz und fordert die Behörden auf, mehr Informationen preiszugeben. Gleichzeitig stieg auch die Schusswaffenkriminalität stark an: 2025 verzeichnete die Polizei einen Anstieg um 68 Prozent bei Waffenstraftaten.
Die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die Linke warf der AfD vor, mit Kriminalstatistiken gezielt Ängste zu schüren und Migranten an den Pranger zu stellen. Trotz der Kritik betont die AfD, es gehe ihr um Rechenschaftspflicht, nicht um Spaltung.
Die Diskussion über die Veröffentlichung von Messerangriffs-Daten hält an, während die Wahl näher rückt. Die AfD-App unterstreicht zwar die wachsende Gewalt, doch Kritiker warnen, sie könnte die gesellschaftlichen Spannungen weiter verschärfen. Da die Verurteilungszahlen weiterhin im Dunkeln liegen, bleibt die Frage: Führt mehr Transparenz zu besserer Polizeiarbeit – oder zu noch mehr Zerrissenheit?






