IHK Halle-Dessau stellt klare Forderungen an die nächste Landesregierung vor der Wahl
Eileen SontagIHK Halle-Dessau stellt klare Forderungen an die nächste Landesregierung vor der Wahl
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau hat ihre Prioritäten für die anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt formuliert. Am 25. März 2026 veröffentlichte die Organisation ein Positionspapier, in dem sie die zentralen Forderungen der regionalen Wirtschaft zusammenfasst. Das Dokument benennt dringende Handlungsfelder wie Fachkräftesicherung, Infrastruktur und Bürokratieabbau – und das kurz vor der Wahl.
Im Bereich Fachkräfte fordert die IHK mehr Unterstützung bei der Sicherung qualifizierter Arbeitskräfte. Gefordert werden eine bessere Integration der vorhandenen Arbeitskräfte, eine Stärkung der beruflichen Ausbildung sowie der Abbau von Beschäftigungshürden. Gleichzeitig betont die Kammer, dass die Leistungsbereitschaft der erwerbsfähigen Bevölkerung gestärkt werden müsse.
Beim Thema Bürokratie setzt sich die IHK für systematische Überprüfungen von Verwaltungsaufgaben und klarere Gesetzgebungsverfahren ein. Positiv bewertet wird das sachsen-anhaltinische Vergabegesetz 2025, das digitale Prozesse vereinfacht und einen fünfjährigen Stopp für neue Regulierungen eingeführt hat. Die aktuelle Präsidentschaft des Landes im Ministerpräsidentenkonferenz wird als Chance gesehen, die Modernisierung weiter voranzutreiben.
In den Bereichen Energie und Infrastruktur verlangt die Kammer langfristige Finanzierungssicherheit, schnellere Genehmigungsverfahren und Investitionen in Verkehr, digitale Netze und Versorgungsstrukturen. Zudem wird bezahlbare Energie, Technologieoffenheit und die Förderung von Industriestandorten gefordert. Konkrete Vorschläge umfassen den Ausbau der Energieinfrastruktur, die Weiterentwicklung von Wasserstoffstrategien und die Ermöglichung von CO₂-Abscheidung.
Auch Innovation und Internationalisierung stehen im Fokus. Die IHK fordert verbesserte Förderprogramme, einen effizienteren Technologietransfer und aktive Unterstützung für Unternehmen, die neue Märkte erschließen. Offene Handelspolitik und diplomatische Initiativen werden als entscheidend für das Wachstum bezeichnet.
Die IHK plant, das Papier als Grundlage für Gespräche mit Parteien, Kandidat:innen und der Öffentlichkeit zu nutzen. Ziel ist es, die Wahlkampfdebatte stärker an den wirtschaftlichen Bedürfnissen der regionalen Unternehmen auszurichten.
Das Positionspapier skizziert konkrete Schritte für die nächste Landesregierung in Sachsen-Anhalt. Es zielt auf die Bewältigung des Fachkräftemangels, den Abbau bürokratischer Hürden und die Schließung von Infrastrukturdefiziten ab – und setzt sich für ein wettbewerbsfähigeres Wirtschaftsumfeld ein. Bis zur Wahl wird die IHK darauf hinarbeiten, diese Prioritäten in die politische Agenda des Landes zu verankern.






