05 April 2026, 06:27

Neues Online-Portal enthüllt Strategien der rechten Szene seit 1945

Offenes Buch mit handgeschriebenem Text auf den Seiten, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland, mit sichtbaren Wasserzeichen unten.

Neues Online-Portal enthüllt Strategien der rechten Szene seit 1945

Ein neues Online-Portal bietet ab sofort kostenlosen Zugang zu historischen Dokumenten über rechtsextreme Strömungen in Deutschland. Der Zeitraum von 1945 bis 2000 wird abgedeckt, und das Projekt soll Forschung, Schulen und die politische Bildung unterstützen. Geleitet wird die Arbeit von zwei renommierten Historikern, Prof. Dr. Frank Bösch und Prof. Dr. Gideon Botsch.

Das unter radikale-rechte.de abrufbare Portal sammelt Propagandatexte, gewaltverherrlichende Aufrufe sowie Materialien, die sich gezielt an junge Menschen richten. Über 30 Expertinnen und Experten haben die Dokumente analysiert und aufbereitet, um zu zeigen, wie sich rechtsextreme Strategien im Laufe der Zeit gewandelt haben.

Seit den 1990er-Jahren hat sich die extremistische Rhetorik von plumpem Skinhead-Jargon hin zu ausgereifteren digitalen Taktiken verschoben. Frühe Beispiele sind NPD-Flugblätter aus den 1990er-Jahren mit direkter rassistischer Sprache. In den 2000er-Jahren zeigten Materialien im Umfeld des NSU-Terrornetzwerks bereits organisiertere Anspracheformen. Ab 2015 nutzten Gruppen wie die AfD in Online-Inhalten subtilere Framings, um breitere Zielgruppen anzusprechen – darunter Verschwörungsideologen und wirtschaftlich benachteiligte Personen.

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Das Projekt macht deutlich, wie extremistische Gruppen heute soziale Medien, Memes und "Einstiegsnarrative" einsetzen, um auch konservative Mainstream-Kreise zu erreichen. Durch die Nachzeichnung dieser Entwicklungen hilft das Portal Nutzerinnen und Nutzern, die Entstehung rechtsextremer Kommunikationsstrategien zu verstehen.

Die kommentierten Dokumente liefern einen klaren Beleg dafür, wie sich extremistische Propaganda über Jahrzehnte angepasst hat. Forscherinnen und Forscher, Lehrkräfte sowie die interessierte Öffentlichkeit können diese Veränderungen nun an einer zentralen Stelle studieren. Die Veröffentlichung des Portals ist das Ergebnis jahrelanger Zusammenarbeit zwischen Historikerinnen, Historikern und Digitalexpertinnen.

Quelle