Pflege-Reform 2024: Warkens Sparpläne verschärfen die Krise für Betroffene und Angehörige
Reinhild HänelPflege-Reform 2024: Warkens Sparpläne verschärfen die Krise für Betroffene und Angehörige
Deutschlands Pflegesystem steht vor neuer Kritik: Gesundheitsministerin Warken plant Sparpaket bis Mitte Mai
Die geplante Reform des deutschen Pflegesystems sorgt für erneute Kontroversen, während Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bis Mitte Mai ein umfangreiches Sparpaket vorlegen will. Kritiker wie Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, warnen, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen die bestehende Pflegekrise verschärfen statt sie zu lösen.
Warkens Plan zielt darauf ab, ein prognostiziertes Defizit von 22 Milliarden Euro in der sozialen Pflegeversicherung innerhalb der nächsten zwei Jahre zu bekämpfen. Dazu sollen Zuschüsse für stationäre Pflege gekürzt und geplante Erhöhungen verschoben werden. Nach viereinhalb Jahren soll die maximale Kostenübernahme auf 70 Prozent gedeckelt werden.
Aktuell zahlen Heimbewohner im Schnitt rund 3.200 Euro monatlich aus eigener Tasche, wobei die staatlichen Zuschüsse schrittweise steigen. Doch der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang warnt, dass Warkens Reformen die monatlichen Belastungen im Durchschnitt um 161 Euro erhöhen würden. Über den gleichen Zeitraum könnten auf die Betroffenen fast 20.000 Euro an zusätzlichen Kosten zukommen.
Storm, Chef der DAK, fordert die Ministerin auf, ihre Pläne zu überdenken. Zudem erwartet er, dass Warken vorschlagen wird, die Rentenansprüche von pflegenden Angehörigen zu halbieren – eine Maßnahme, die die ohnehin stark belasteten unentgeltlichen Pflegekräfte weiter unter Druck setzen würde.
Sollten die Reformen wie geplant umgesetzt werden, würde die finanzielle Last noch stärker auf die Pflegebedürftigen und ihre Familien abgewälzt. Bei steigenden Kosten und gleichzeitig sinkender Unterstützung droht dem Pflegesystem in den kommenden Jahren eine weitere Zuspitzung der Krise.






