02 April 2026, 10:26

Spätaussiedler aus Kasachstan: Rückgang auf historisches Tief seit den 1990ern

Alter Umschlag mit einem deutschen Stempel von 1909, frankiert "Österreich - Deutschland - Cover nach Deutschland - 7. August 1909".

Spätaussiedler aus Kasachstan: Rückgang auf historisches Tief seit den 1990ern

Die Zahl der Spätaussiedler aus Kasachstan, die nach Deutschland kommen, ist in den letzten 15 Jahren stark zurückgegangen. 2025 wurden im Grenzdurchgangslager Friedland, der zentralen Aufnahmeeinrichtung für diese Gruppe, nur noch 1.079 Menschen aus Kasachstan registriert – ein deutlicher Rückgang gegenüber den frühen 2000er-Jahren, als die jährlichen Zahlen noch über 38.000 lagen.

In den 1990er-Jahren hatte Deutschland einen starken Zuzug von Spätaussiedlern aus Kasachstan erlebt, mit teilweise über 100.000 Ankünften pro Jahr. Der Trend kehrte sich um, nachdem Kasachstan 1991 ein Staatsbürgerschaftsgesetz eingeführt hatte, das allen Einwohnern automatisch die Nationalität verlieh. Deutschland verschärfte daraufhin seine eigenen Aufnahmebestimmungen, darunter ein 1993 eingeführtes Kontingentsystem sowie Reformen von 2005, die die Anspruchsberechtigung einschränkten.

Bis 2010 war die Zahl der kasachischen Spätaussiedler auf 508 pro Jahr gesunken. 2024 gab es einen leichten Anstieg auf etwa 2.546 Registrierungen, doch der langfristige Abwärtstrend setzte sich fort. 2025 verzeichnete Friedland insgesamt 4.238 Spätaussiedler, darunter 2.562 aus Russland, 381 aus der Ukraine und 80 aus Kirgisistan.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Friedland bleibt für Spätaussiedler die erste Anlaufstelle, in der die Erstregistrierung und erste Integrationshilfen erfolgen. Die Einrichtung verzeichnet seit Jahren deutlich weniger Ankünfte aus Kasachstan – ein Spiegel der geänderten Politik und veränderten Migrationsströme.

Die aktuellen Zahlen bestätigen den anhaltenden Rückgang kasachischer Spätaussiedler in Deutschland. Durch strengere Aufnahmekriterien und weniger Antragsteller liegen die jährlichen Zahlen heute nur noch bei einem Bruchteil des Höchststands der 1990er-Jahre. Friedlands Rolle als zentrale Anlaufstelle bleibt zwar bestehen, doch der Arbeitsumfang hat sich deutlich verringert.

Quelle