"Xanny"-Kult in Rap und Pop: Wie Musik den Umgang mit Xanax unter Jugendlichen prägt
Reinhild Hänel"Xanny"-Kult in Rap und Pop: Wie Musik den Umgang mit Xanax unter Jugendlichen prägt
Der Begriff "Xanny" – ein Slangausdruck für das verschreibungspflichtige Medikament Xanax – hat sich tief in der Jugendkultur verankert. Seit 2019 ist seine Präsenz in Musik, sozialen Medien und Rap-Texten deutlich gestiegen, insbesondere in Deutschland. Dieser Trend wirft Fragen nach einer zunehmenden Verharmlosung von Drogenkonsum unter jungen Menschen auf.
Die Verbreitung von "Xanny" in der Popkultur lässt sich bis zu Billie Eilishs Album "When We All Fall Asleep, Where Do We Go?" aus dem Jahr 2019 zurückverfolgen. Ihre Bezüge zu Xanax lösten breitere Debatten über Angststörungen und Substanzmissbrauch bei Jugendlichen aus. Zur gleichen Zeit begannen deutsche Künstler wie Capital Bra, Trettmann und Kontra K, den Begriff in ihre Texte einzuweben – oft in Verbindung mit Stressabbau und Partykultur.
Besonders im Deutschrap hat die Szene eine Schlüsselrolle bei der Verbreitung des Begriffs gespielt. Songs von Luciano, Samra und Money Boy erwähnen Xanax häufig und stellen es als Teil des kreativen Prozesses dar. Dieser Einfluss hat die Droge vor allem bei 16- bis 25-Jährigen sichtbarer gemacht – einer Altersgruppe, in der Missbrauch besonders verbreitet ist.
Xanax, ein Benzodiazepin, das umgangssprachlich auch als "Downer" bezeichnet wird, ist in Städten wie München leichter erhältlich als manche andere verschreibungspflichtige Medikamente. Die einfache Verfügbarkeit in Kombination mit der glamourösen Darstellung in der Musik hat zu seinem steigenden Konsum beigetragen. Gesundheitsfachleute warnen jedoch, dass Missbrauch zu schwerer Abhängigkeit und langfristigen psychischen Problemen führen kann – besonders in Kombination mit Cannabis oder Alkohol.
Der Begriff "Xanny" trägt heute in der Jugendkultur Gewicht, angetrieben durch Musik und soziale Medien. Zwar spiegeln seine Erwähnungen in Rap und Pop auch die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit psychischer Gesundheit wider – doch die Risiken eines Missbrauchs bleiben ernst. Besonders junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren sind am stärksten gefährdet, eine Abhängigkeit oder damit verbundene Schäden zu entwickeln.






