Apotheken in der Krise: Warum immer mehr Filialen auf dem Land schließen müssen
Apotheken in der Krise: Warum immer mehr Filialen auf dem Land schließen müssen
Apotheken in ganz Deutschland stehen unter zunehmendem finanziellen Druck – besonders betroffen sind ländliche Regionen, wo Schließungen die Versorgung mit Arzneimitteln gefährden. Bei einem jüngsten Treffen zwischen hessischen Gesundheitsbehörden und Apothekervertretern standen unfaire Wettbewerbsbedingungen und veraltete Finanzierungsregeln im Mittelpunkt. Die Diskussion fällt in eine Phase, in der die Bundesregierung ein umstrittenes Gesetz überprüft, das nach Kritikern die Krise noch verschärft hat.
Die wirtschaftliche Belastung der Apotheken hat sich seit der Einführung des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) im Jahr 2020 weiter zugespitzt. Bis Ende 2024 mussten bundesweit rund 1.600 Apotheken schließen, was in vielen ländlichen Gemeinden zu Engpässen bei der Arzneimittelversorgung führte. Das Gesetz, das derzeit im Bundestag überarbeitet wird und dessen erste Lesung für den 27. Februar 2025 angesetzt ist, sollte eigentlich lokale Apotheken stärken – etwa durch die vorübergehende Leitung durch Pharmazeutisch-technische Assistenten sowie erweiterte Dienstleistungen wie Impfungen und Diagnostik. Doch Kritiker monieren, dass diese Maßnahmen die zentralen Probleme nicht lösen: steigende Kosten, schrumpfende Margen und seit Jahren unveränderte Festbeträge.
Die hessische Gesundheitsstaatssekretärin Dr. Sonja Optendrenk traf sich mit Noweda-Chef Dr. Michael Kuck im Verteilzentrum des Unternehmens, um über diese Herausforderungen zu sprechen. Optendrenk betonte, dass Apotheken unverzichtbar für die Arzneimittelsicherheit und eine flächendeckende Gesundheitsversorgung seien – besonders in unterversorgten Regionen. Ihre wirtschaftliche Überlebensfähigkeit hänge jedoch von fairen und planbaren Vergütungen ab, eine Forderung, die Kuck nachdrücklich unterstützte. Er forderte Soforthilfen und höhere Festbeträge, um die wachsenden Ausgaben auszugleichen.
Thema war auch der Wettbewerb: Kuck argumentierte, dass klassische Apotheken und Großhändler im Vergleich zu Versandapotheken und Drogerien deutlich mehr Leistungen erbrächten, dabei aber strengeren Auflagen unterlägen. Hessen und andere Bundesländer haben im Bundesrat bereits Vorstöße wie "apothekerfreie Apotheken" abgelehnt und setzen stattdessen auf bessere Vergütungsmodelle, um den Sektor zu stabilisieren.
Die anstehende Überprüfung des ApoVWG wird zeigen, ob die Apotheken die dringend benötigte finanzielle Unterstützung erhalten, um weiter bestehen zu können. Ohne Kurskorrektur drohen weitere Schließungen – mit gravierenden Folgen für die Arzneimittelversorgung auf dem Land. Sowohl Politiker als auch Branchenvertreter sind sich einig: Nur faire Finanzierung und die Anerkennung der erweiterten Aufgaben der Apotheken können ihre Zukunft sichern.
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