Team Deutschlands Olympische Kollektion spaltet die Gemüter – zwischen Stolz und harscher Kritik

Reinhild Hänel
Reinhild Hänel
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Ein blaues und oranges Bandana mit dem Olympischen Logo auf einem weißen Hintergrund.Reinhild Hänel

Designer Glööckler verrissen Olympia-Look: "Null Punkte" - Team Deutschlands Olympische Kollektion spaltet die Gemüter – zwischen Stolz und harscher Kritik

Die neue Olympische Kollektion für das Team Deutschland hat nach ihrer Vorstellung heftige Reaktionen ausgelöst. Entwickelt von Adidas in Zusammenarbeit mit Athlet:innen, vereint die etwa 70 Teile umfassende Linie nationale Identität mit modernem Design. Doch die Meinungen gehen weit auseinander – zwischen scharfer Kritik und begeisterter Zustimmung.

Bei der Gestaltung der Kollektion arbeitete Adidas eng mit deutschen Spitzenathlet:innen zusammen. Die rund 70 Kleidungsstücke, die Tradition und zeitgenössische Mode verbinden sollen, entstanden in direkter Abstimmung mit den Sportler:innen. Der vierfache Bob-Olympiasieger Francesco Friedrich lobte das Ergebnis und betonte, stolz zu sein, die Outfits zu tragen und damit sein Land zu repräsentieren.

Deutlich härter urteilte der Modedesigner Harald Glöckler. Er bezeichnete die Kollektion als "langweilig" und wenig originell – und vergab die Schulnote sechs. Seine Kritik erinnert an frühere Kontroversen, etwa um die bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi weitläufig belächelten "Langnese-Twister"-Outfits. Diese standen im krassen Gegensatz zu den ikonischen schwarz-weißen Zebra-Skianzügen von Bogner, die seit 1992 unverändert bleiben und mit Goldmedaillen von Athlet:innen wie Markus Wasmeier und Viktoria Rebensburg verbunden sind.

Solch gespaltene Reaktionen sind kein Novum. Die Kleidung des deutschen Olympiateams stand bereits mehrfach in der Kritik – von den Sommerspielen 2021 in Tokio bis zu früheren Winterolympiaden. Während die allgemeine Teamkleidung oft auf Ablehnung stößt, erhalten spezialisierte Skianzüge regelmäßig Lob für Stil und Funktionalität. Selbst bei vergangenen Wettbewerben stachen Alternativen wie die kaschmirnen Deel-Mäntel der mongolischen Mannschaft die deutsche Standardausstattung aus.

DOSB-Präsident Thomas Weikert verteidigte hingegen die neuen Entwürfe. Er nannte die Kollektion einen "vollen Erfolg", die das Team Deutschland unter einer einheitlichen Identität vereine.

Die neue Team-D-Kollektion betritt also auf einer Welle aus Lob und scharfer Kritik die olympische Bühne. Während Athlet:innen wie Friedrich die Designs feiern, zweifeln Modeexpert:innen weiterhin an ihrer Kreativität. Die Debatte spiegelt einen langjährigen Konflikt wider: zwischen funktionaler Sportkleidung und der öffentlichen Erwartung an mutige, unvergessliche Olympische Mode.

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