Flaschenpost von 2015 taucht auf – eine Reise durch Zeit und Wellen

Eileen Sontag
Eileen Sontag
2 Min.
Eine Schwarz-Weiß-Gravur eines Bootes mit Menschen darauf, umgeben von Pflanzen und Hügeln, mit dem Text "Die Reise der Reisen der britischen Inseln" unten.Eileen Sontag

Flaschenpost von 2015 taucht auf – eine Reise durch Zeit und Wellen

Flaschenpost aus dem Jahr 2015 taucht auf und belebt jahrhundertealte Tradition

Die Tradition, Botschaften in Trinkflaschen auf die Reise zu schicken, reicht bis in die Antike zurück – selbst Christoph Kolumbus nutzte sie im Jahr 1493. Im Laufe der Zeit dienten solche Wasserflaschen unterschiedlichen Zwecken, von Spionage bis hin zur wissenschaftlichen Forschung.

Am 23. Oktober 2015 warfen Jörg und Cornelia Wanke eine blaue Glasflasche in den Atlantik. Sie befanden sich an Bord der Star Flyer, einem viermastigen Barkentinen-Schiff, das zwischen Madeira und Gran Canaria unterwegs war. In der Trinkflasche steckte eine handschriftliche Notiz, sorgfältig gerollt und verschlossen.

Die Idee, Nachrichten in Wasserflaschen zu versenden, ist keineswegs neu. Schon im 16. Jahrhundert nutzten Spione diese Methode, um geheime Informationen weiterzugeben – wer die Botschaften unbefugt öffnete, musste mit harten Strafen rechnen. Später übernahmen Wissenschaftler das Verfahren, um Meeresströmungen zu verfolgen und die Ozeane zu kartografieren.

Zwischen 1864 und 1936 setzte das Deutsche Hydrographische Institut rund 5.000 Flaschen für Forschungszwecke aus. Eine der ersten, die von Australien aus geschickt wurde, spülte drei Jahre später in der Nähe von London an. Von den etwa 80.000 Botschaften des Instituts wurden nur rund 5.000 – etwa 6 Prozent – jemals gefunden. Die meisten trieben in Nordeuropa an Land, insbesondere in Skandinavien, Großbritannien und den Niederlanden, wenngleich einige sogar bis nach Nordamerika und Australien gelangten.

Die Wasserflasche der Wankes reiht sich ein in die lange Geschichte treibender Botschaften – manche für immer verloren, andere erst Jahre später entdeckt. Zwar hat die moderne Technologie diese Methode für Forschung und Kommunikation abgelöst, doch weckt ein gelegentlicher Fund nach wie vor Neugier. Die Notiz des Paares wartet nun darauf, gefunden zu werden, und trägt ein kleines Stück ihrer Reise über den Ozean in sich.

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