Apotheker kämpft gegen 4.000-Euro-Rückforderung der IKK classic wegen fehlender Chargennummern
Apotheker kämpft gegen 4.000-Euro-Rückforderung der IKK classic wegen fehlender Chargennummern
Ein Apothekeninhaber in Hessen wehrt sich gegen eine Rückforderungsforderung von knapp 4.000 Euro durch die Krankenkasse IKK classic. Streitpunkt sind fehlende Chargennummern in den elektronischen Abrechnungsdaten von sieben Rezepten. Der Apotheker bestreitet jegliches Fehlverhalten und hat mit Unterstützung des Hessischen Apothekerverbandes offiziellen Widerspruch eingelegt.
Ausgelöst wurde der Konflikt, als die IKK classic bei sieben in der Apotheke bearbeiteten Rezepten feststellte, dass in den eingereichten Abrechnungsdaten die Chargennummern fehlten. Nach der Securpharm-Verordnung (EU-Fälschungsschutzrichtlinie), die im Februar 2019 in Kraft trat, müssen Apotheken die 2D-DataMatrix-Codes auf Medikamentenverpackungen scannen. Diese Codes enthalten essenzielle Angaben wie GTIN, Seriennummer, Charge und Verfallsdatum, die in Echtzeit überprüft und bei der Abrechnung übermittelt werden müssen.
Die Krankenkasse hat die Apotheke aufgefordert, sich an ihren Softwareanbieter oder das Abrechnungszentrum zu wenden, um zu klären, warum die Chargennummern nicht enthalten waren. Der Apothekeninhaber betont jedoch, dass alle vorgeschriebenen Schritte eingehalten wurden und die Chargennummern korrekt in seinem System erfasst seien.
Rechtlich gilt die Übermittlung der Chargennummer mittlerweile als zwingende Voraussetzung für die Kostenerstattung. Fehlen die Daten, können Krankenkassen die Abrechnung ablehnen und Rückforderungen geltend machen – die Beweislast liegt dabei bei der Apotheke. Der Hessische Apothekerverband unterstützt den Widerspruch des Inhabers mit der Begründung, dass der Prozess ordnungsgemäß ablief.
Der Fall unterstreicht die wachsende Bedeutung einer fehlerfreien Datenübermittlung in der Apothekenabrechnung. Scheitert der Widerspruch, droht der Apotheke eine finanzielle Belastung von fast 4.000 Euro. Zudem könnte das Ergebnis richtungsweisend für die Behandlung ähnlicher Streitfälle nach den aktuellen Vorschriften sein.
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