Berlin testet umstrittene Gemini-Überwachung an Regierungsgebäuden ohne parlamentarische Debatte

Oscar Kabus
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Zwei Überwachungskameras an der Seite eines Gebäudes montiert, mit einer Glaswand im Vordergrund und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.Oscar Kabus

AI-Überwachungstest im Rathaus und Parlament - Berlin testet umstrittene Gemini-Überwachung an Regierungsgebäuden ohne parlamentarische Debatte

Berlin testet Gemini-gestützte Videoüberwachung an Regierungsgebäuden

Berlin bereitet einen Testlauf für Gemini-basierte Videoüberwachung an zentralen Regierungsgebäuden vor, darunter das Rote Rathaus, der Abgeordnetenhaus und das Innenministerium. Das System soll Kamerabilder nach verdächtigem Verhalten scannen und Sicherheitskräfte alarmieren. Kritiker monieren jedoch mangelnde Transparenz und bemängeln, dass der Schritt ohne parlamentarische Debatte erfolgte.

Entlastung für Sicherheitskräfte – aber ohne Datenspeicherung

Ziel des Pilotprojekts ist es, den Druck auf das Sicherheitspersonal zu verringern, das derzeit mit rund 400 speziell ausgebildeten Beamten politische Institutionen und diplomatische Vertretungen schützt. Polizeiverantwortliche bezeichnen den aktuellen Personalbedarf als nicht mehr tragbar. Stattdessen soll die Gemini-Technologie Risikobereiche und kritische Infrastruktur überwachen, Bewegungen analysieren – allerdings ohne personenspezifische Daten zu speichern.

Laut Behörden werden keine biometrischen Merkmale oder Identitäten erfasst. Dennoch formiert sich bereits Widerstand. Niklas Schrader, Abgeordnetenhausmitglied der Linken, kritisierte, dass eine ordentliche Anhörung umgangen werde. Er warnte, die Rechte von Abgeordneten und Besuchern könnten beeinträchtigt werden, und forderte eine umfassende parlamentarische Auseinandersetzung.

Rechtliche Grauzonen und technische Risiken

Unklar bleibt, wie die rechtlichen und technischen Anforderungen erfüllt werden sollen. Zwar muss das System die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), das Bundesdatenschutzgesetz und künftige EU-Gemini-Vorgaben einhalten, doch der Chaos Computer Club warnt vor Gefahren. Die Aktivisten bemängeln, dass die Verhaltenserkennung intransparent sei und Fehler produzieren könnte, die nach der Einführung nicht mehr korrigierbar wären.

Der Test soll zeigen, ob Gemini Sicherheitsaufgaben erleichtern kann, ohne gegen Datenschutzbestimmungen zu verstoßen. Bei Erfolg könnte das System auf andere kriminelle Brennpunkte oder Hochrisikobereiche ausgeweitet werden. Zunächst müssen die Behörden jedoch Bedenken hinsichtlich der Kontrolle und möglicher rechtlicher Lücken ausräumen, bevor eine flächendeckende Einführung infrage kommt.

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